Kategorie: Blog

  • Ich habe abgesetzt.

    Ich habe abgesetzt.

    Zum vierten Mal seit 2016.

    Meine minimale Grunddosis von 1 mg Aripiprazol pro Tag habe ich mehr als sechs Jahre lang gehalten. Vor zwei Monaten begann ich erneut zu reduzieren – zunächst auf 0,9 mg täglich, vor zwei Wochen dann auf 0,8 mg. Vor drei Tagen habe ich schließlich ganz abgesetzt.

    Auch im vergangenen Jahr gab es ernste Krisen, doch blieb ich ohne Anzeichen von Psychosen. Es schien an der Zeit zu prüfen, ob ein weiterer Absetzversuch möglich ist.

    Die Nebenwirkungen – bei mir sind das Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und ein fehlendes Sättigungsgefühl – sind bei 1 mg täglich zwar erträglich. Dennoch würde ich immer wieder versuchen, so wenig Neuroleptika wie möglich zu nehmen. Ganz einfach, weil ich so sehr wie möglich ich selbst sein und mich intensiv spüren möchte.

    Die Heilung von Psychosen hat sich für mich manchmal angefühlt wie das Erwachen aus einem Rausch, eine Rückkehr in die Ernüchterung. Das Absetzen des Neuroleptikums wirkt ein wenig so, als würde ich mir den Gips vom Bein lösen, nachdem der Bruch verheilt ist.

    Psychotische Symptome bemerke ich keine. Nur eine leicht veränderte Wahrnehmung – als müsste ich noch ein letztes Stück ernüchtern.

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  • In Heilung denken

    In Heilung denken

    Bei körperlichen Wunden ist „Heilung“ ein selbstverständlicher Begriff. Kein Arzt und keine Ärztin erwartet dabei Perfektion oder Spurlosigkeit. Narben gehören zur Heilung dazu, ebenso bleibende Empfindlichkeiten. Bei Psychosen und Schizophrenie hingegen habe ich von keinem Psychiater und keiner Psychiaterin bis heute gehört, dass er oder sie von „Heilung“ spricht. Stattdessen ist die Rede von Stabilisierung, Management und Recovery. Heilung scheint hier etwas zu sein, das man nicht in den Mund nimmt. Diese sprachliche Zurückhaltung wirft für mich die Frage auf, warum wir bei seelischen Wunden und Schmerzen weniger zu hoffen wagen als bei körperlichen.

    Psychopharmaka können beruhigen, schützen und Überforderung vorbeugen und damit den Heilungsprozess unterstützen. Problematisch wird es dort, wo Stabilisierung nicht als Übergang, sondern als Dauerzustand verstanden wird, ohne mit den Betroffenen über Genesungs- oder Entwicklungsperspektiven zu sprechen. In einem Zustand verfestigter Beruhigung sehe ich eine Behinderung des Heilungsprozesses. Denn Wunden und Schmerzen müssen sichtbar werden, und ihre Ursachen müssen verstanden sein, bevor sie heilen können.

    Für mich ist Gesundheit keine ärztliche Zuschreibung. Ich habe früh erlebt, dass mir Gesundheit bescheinigt wurde, während ich antriebslos, gleichgültig und adipös war. Heute, mehr als zehn Jahre später, empfinde ich mich als gesund und geheilt – deutlich spürbar auf meinem persönlichen Kontinuum. Für mich ist jemand geheilt, wenn er oder sie es selbst körperlich und psychisch spürt und es weiß. Gerade für Schizophreniebetroffene ist das schwierig, weil in akut-wahnhaften Phasen der eigenen Wahrnehmung nicht getraut wird und dieses Misstrauen oft bestehen bleibt. Umso wichtiger ist es, wieder zu erlernen, die eigene Wahrnehmung mit der Wirklichkeit abzugleichen und sich selbst zu vertrauen.

    Heilung geschieht nicht isoliert. Sie geschieht im Zusammenleben: im persönlichen Umfeld, in Beziehungen, im Alltag. Schweigen kann vorübergehend zum Selbstschutz beitragen, doch Aussprache und Dialog sind notwendig – ein Miteinander auf Augenhöhe –, um bleibende Heilung anzustoßen. Sprechen wir über Heilung. Sie ist mehr als Stabilisierung, Management und Recovery. Denn sie sollte als Hoffnung bestehen – für mich und für andere Menschen mit Schizophreniediagnose.

    Anmerkung zum Foto:
    Das Foto entstand kurz vor meiner ersten Psychose im Sommer 2010. Es trägt den Titel „Sehnsucht“.

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  • Zwischen Wahn und Wirklichkeit: Wo bleibt der Dialog?

    Zwischen Wahn und Wirklichkeit: Wo bleibt der Dialog?

    Vor wenigen Tagen erschien in der ZEIT ein Artikel über Schizophrenie, geschrieben aus der Perspektive eines Journalisten, der im eigenen Familienkreis einen Betroffenen hat, der inzwischen im Maßregelvollzug lebt. Ich lese diesen Text als einen wertvollen und ehrlichen Bericht aus der Sicht eines Angehörigen. Die Überforderung, die Angst und die Hilflosigkeit, die der Autor beschreibt, sind nachvollziehbar und verdienen einen öffentlichen Raum.

    Gleichzeitig reiht sich auch dieser Artikel in eine Form der Berichterstattung ein, die mir als Schizophreniebetroffene vertraut ist. Es sind Texte über Betroffene, nicht mit ihnen. Die Perspektive der Erkrankten selbst bleibt weitgehend außen vor, ebenso der Dialog mit ihnen.

    Auch im aktuellen Artikel erscheinen Betroffene vor allem als entfremdete, kranke Wesen, die sich nicht helfen lassen, von denen man sich abgrenzt und vor denen man sich letztlich schützen muss. Diese Perspektive mag aus der Sicht von Menschen ohne Psychoseerfahrung verständlich sein, bleibt jedoch unvollständig.

    Nicht unproblematisch empfinde ich in diesem Zusammenhang auch die im Artikel zitierten Aussagen von Prof. Birgit Völlm. Sie betont einerseits, dass Psychosen infolge von Drogenkonsum oder genetischer Veranlagung entstehen können. Andererseits, dass Schizophrenie gut behandelbar sei und es wirksame Medikamente gebe, ergänzt durch Psychotherapie. Zugleich sagt sie, dass Betroffene häufig nicht in der Lage seien zu begreifen, dass sie krank sind.

    Was dabei aus meiner Sicht fehlt, ist eine erweiterte Perspektive: die Erkenntnis, dass psychotische Erfahrungen als Kontinuum verstanden werden und prinzipiell allen Menschen möglich sind (1,2), und dass Psychosen nicht ausschließlich genetisch bedingt sind, sondern auch Ursachen haben können, die im persönlichen Umfeld und in der individuellen Biografie zu finden sind. Ebenso fehlt der Hinweis darauf, dass sich Psychoseanfälligkeit mit Unterstützung des Umfeldes – insbesondere der Familie – deutlich verbessern kann, in manchen Fällen sogar nachhaltig.

    Meine Vermutung ist, dass Betroffene dann besonders stark am Wahnkonstrukt festhalten, wenn ihnen keine Hilfe angeboten wird, die sie selbst als hilfreich und zielführend erleben. Der Wahn ist für sie nachvollziehbar. Die Realität hingegen nicht mehr.

    Zusätzlich vermute ich, dass viele Betroffene, bevor sie wahnhaft-psychotisch werden, die Welt und sich selbst als zunehmend sinnlos erleben. In der Psychose gewinnt dann alles, was wahrgenommen wird, eine übergroße Bedeutung. Die Welt und das eigene Selbst sind mit einem Schlag wieder voller Sinn.

    Wenn Betroffenen diese innere Logik – nämlich Sinn wiederherzustellen, dort, wo er sich zuvor aufzulösen drohte – ausschließlich als Krankheit abgesprochen wird, ohne dass ihre Erfahrungen verstanden oder ernst genommen werden, kann dies meinem Verständnis nach dazu beitragen, dass sich psychotische Zustände verfestigen und chronifizieren.

    In unserem persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis kennen wir mehrere Menschen mit einer Schizophreniediagnose, die dauerhaft schwer wahnhaft sind oder waren und deren Familien sowie therapeutisches Umfeld sie innerlich bereits aufgegeben haben – als „zu krank“ oder „zu uneinsichtig“. Einige dieser Menschen leben nicht mehr. Um andere machen wir uns Sorgen.

    Was mir in der öffentlichen Debatte weiterhin fehlt, ist eine Perspektive, die Betroffene nicht nur beschreibt, sondern ihnen zuhört. Nicht gegen Angehörige oder Fachleute gerichtet, sondern als notwendiges Gegenüber auf Augenhöhe.

    Literatur:

    1. van Os, J., Reininghaus, U. Psychosis as a transdiagnostic and extended phenotype in the general population. World Psychiatry 15, 118–124 (2016). doi: 10.1002/wps.20310. ↩︎
    2. Stip, E., Letourneau, G. Psychotic symptoms as a continuum between normality and pathology. Canadian Journal of Psychiatry 54, 140–151 (2009). doi: 10.1177/070674370905400302. ↩︎

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  • Die leise Kraft der Ordnung

    Die leise Kraft der Ordnung

    Heilung bringt Kraft für Ordnung und Pflege. Damit meine ich sowohl mich selbst als auch mein persönliches Umfeld: meine Wohnung, meine Zähne, meine Ernährung, meine Bewegung und meinen Schlaf.

    Seit meiner ersten Psychose im Sommer 2010 konnte ich mich kaum ordnen und pflegen. Nach der ersten Psychose und meinem ersten Psychiatrieaufenthalt war ich viele Wochen lang bettlägerig. Meine Mutter flog mit einem dreimonatigen Touristenvisum ein und pflegte mich in dieser Zeit.

    In den Jahren danach litt ich unter ausgeprägter Antriebslosigkeit, Desinteresse und Adipositas. Das war eine Folge der Psychose und zugleich durch eine zu hohe Dosierung von Neuroleptika mitverursacht. Immer wieder gelang es mir in dieser Zeit, für Ordnung und Pflege zu sorgen – jedoch nie dauerhaft. Dieser Zustand blieb gerade noch so stabil, dass ich meinen Vollzeitjob wahrnehmen konnte. Ich bekam praktisch nie Besuch und fühlte mich in meiner Unordnung und Ungepflegtheit mal unbehaglich, mal gleichgültig. Scham empfand ich kaum, da ich allein war.

    Von anderen Menschen mit Psychoseerfahrungen und Schizophreniediagnose weiß ich, dass viele über längere Zeit in Unordnung und Ungepflegtheit verharren, besonders wenn es ihnen psychisch nicht gut geht. Heute, da es mir zunehmend leichter fällt, für Ordnung und Pflege zu sorgen, erkenne ich sie als Spiegel meiner Seele. Sie sind Ergebnis meiner Heilung und meiner Gesundheit – und zugleich ein Anker, der diese weiter stärkt.

    Taubheit und Schmerz hingegen können den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen erschweren, insbesondere zum Bedürfnis nach Heilung und Gesundheit. Menschen, die unordentlich oder ungepflegt erscheinen, geht es meinem Verständnis nach nicht gut. Statt sie als „faul“ oder „schlampig“ zu verurteilen und auszugrenzen, sollten wir uns fragen, was sie brauchen, damit ihre seelischen Wunden heilen oder zumindest gelindert werden können.

    Wo Heilung geschieht, kehren Ordnung und Pflege zurück. Nicht als Pflicht und Erwartung, sondern als Ausdruck von Leben und Lebendigkeit.

    Anmerkung zum Foto:
    Das Foto entstand während meines ersten Psychiatrieaufenthalts im Sommer 2010. Es dokumentiert meinen damaligen Zustand. Die Deutung erfolgt erst heute.

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  • Was mich eine Pappuhr über Dyskalkulie lehrt

    Was mich eine Pappuhr über Dyskalkulie lehrt

    Anmerkung der Verfasserin: Mit dem Einverständnis der Mutter meiner Nachhilfeschülerin S. schreibe ich hier über eine Lernschwierigkeit, die viele Kinder betrifft. *1

    Gestern schrieb mir meine Freundin R. und fragte, ob ich mit ihrer Tochter S., die seit Mai dieses Jahres meine Nachhilfeschülerin in Mathe ist, das Uhrenablesen auf Englisch üben könnte.

    Heute Morgen – es ist Silvester – habe ich nach dem Aufstehen eine Pappuhr gebastelt (Vorlage von fraulocke-grundschultante.de). Die kleine kreative Stunde hat mir viel Spaß gemacht, und ich freue mich, wenn die bunte Pappuhr bald zum Einsatz kommt.

    S. hat eine Dyskalkulie. Was das genau bedeutet, beginne ich erst allmählich zu verstehen, seit ich wöchentlich mit ihr Mathe übe. S. ist ein sehr neugieriges, intelligentes, kreatives und freundliches Kind. Dyskalkulie hat nichts mit Intelligenz zu tun. Doch das Ablesen der Uhr – etwas, das wir normalerweise fast unbewusst tun – ist für S. eine besondere Herausforderung. Denn dafür braucht es eine Vorstellung davon, eine ganze Stunde zu halbieren oder zu vierteln.

    Auch für mich selbst waren Mathe und Physik nie wirkliche Stärken. Ich habe Physik studiert, nicht weil ich das Fach besonders gut beherrschte, sondern weil ich mit allen sprachlastigen Schulfächern große Schwierigkeiten hatte.

    Als ich mit elf Jahren nach Bonn zog und in den ersten zwei Jahren in einer Klasse lernte, in der Deutsch als Fremdsprache statt regulärem Deutschunterricht unterrichtet wurde, verstand ich weder Geschichte noch Sozialkunde, Biologie oder Chemie.

    Allein der Philosophieunterricht, der erst ab der zehnten Klasse angeboten wurde, faszinierte mich trotz seiner Sprachlastigkeit – neben Mathe und Physik, die ich auch ohne ausgeprägte sprachliche Fähigkeiten begreifen konnte.

    S. und R. freuen sich sehr über meine Nachhilfe, und das empfinde ich als große Anerkennung. Gleichzeitig bin ich überrascht, wie viel man tatsächlich verstehen muss, um die Mathematikaufgaben der fünften Klasse vollständig zu lösen. Ich frage mich oft, wie S.s Mitschüler:innen damit zurechtkommen. Individualisierten Unterricht kann S. in der Schule nicht bekommen, und es ist erschreckend einfach, als „schlechte Schülerin“ abgehängt zu werden.

    Meine Erfahrung als S.s Nachhilfelehrerin und meine eigene Erfahrung als Schülerin zeigen mir, wie wenig Schulnoten manchmal darüber aussagen, welche Talente eine Schülerin oder ein Schüler tatsächlich hat – und wie gut sie oder er später als Erwachsene:r im Leben bestehen kann. Zugleich bedeuten schlechte Schulnoten aufgrund vermeintlich mangelnder intellektueller Leistungen meist entscheidende Nachteile für den weiteren Lebensweg. Mir ist es sehr wichtig, dass S. später einmal so selbstbestimmt wie möglich leben kann. Wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, dann bin ich gerne für sie da.

    ¹ Nach einer aktuellen Zusammenfassung internationaler Studien durch A. Nieder (2025) erfüllen etwa 5–7 % der Kinder – und entsprechend auch der späteren Erwachsenen – in der Allgemeinbevölkerung die diagnostischen Kriterien einer entwicklungsbedingten Dyskalkulie.

    Nieder, A. (2025). The calculating brain. Physiological Reviews, 105, 267–314.

    https://doi.org/10.1152/physrev.00014.2024

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  • Mein Jahresrückblick für das Jahr 2025

    Mein Jahresrückblick für das Jahr 2025

    Das Jahr 2025 war für mich ein buntes und bewegtes Jahr, geprägt von Regeneration und heilsamen Erfahrungen sowie von der allmählichen Rückkehr zu meinen früheren Tätigkeiten. Heute fühle ich mich so gesund und in-mich-stimmig wie noch nie – trotz der Stressanfälligkeit, die mich seit meiner ersten Psychose vor 15 Jahren begleitet.

    Im Juni 2012 – fast zwei Jahre nach meiner ersten Psychose – habe ich mich im Forum des Kompetenznetzes Schizophrenie registriert. Es war mein erstes Internetforum überhaupt, und ich habe es gerne genutzt, bis es im Jahr 2018 geschlossen wurde.

    Seit 2018 schreibe ich im Nachfolgeforum, das ehrenamtlich von Prof. Ansgar Klimke geführt wird, und führe dort bis heute einen Blog. Das regelmäßige Schreiben hat mir sehr geholfen, meine Erlebnisse und Erfahrungen detailliert – zeitweise täglich – zu dokumentieren und zu verarbeiten. Es hat entscheidend dazu beigetragen, dass es mir heute wieder so gut geht.

    Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder Rückblicke verfasst, seit 2021 auch in Form jährlicher Rückblicke. In diesem Jahr möchte ich den Jahresrückblick erstmals hier auf meiner eigenen Website veröffentlichen, da ich diese inzwischen betreibe. Gut vorstellen kann ich mir, meinen Alltag weiterhin im Forum von Prof. Klimke zu dokumentieren und die Jahresrückblicke gesammelt auf meiner Website zugänglich zu machen.

    Gern teile ich hier meine Ein- und Rückblicke – auch in der Hoffnung, anderen Betroffenen mit schweren psychischen Erkrankungen Mut zu machen.

    Archiv meiner Jahresrückblicke

    Jahresrückblick 2025

    *Januar*

    Beginn meiner Behandlung in der Tagesklinik Blankenburg
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/37/#post-384214
    Zitat aus meinem Forenblog vom 15/01/2025 um 6:01 Uhr:
    … Gestern war mein erster Tag der Tagesklinik. …

    *Februar*

    Veröffentlichung meines Forenblogs auf schizophrenie-online.com
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/40/#post-387891
    Zitat aus meinem Forenblog vom 09/02/2025 um 8:02 Uhr:
    … Vorhin habe ich die Einladung zu meinem Blog entworfen …

    *März*

    Kreative Therapieangebote in der Tagesklinik
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/47/#post-392373
    Zitat aus meinem Forenblog vom 09/03/2025 um 6:53 Uhr:
    … Dann habe ich noch einen gerahmten Linoldruck aufgehängt. …

    Stufenweise Wiedereingliederung und Entlassung aus der Tagesklinik
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/48/#post-394090
    Zitat aus meinem Forenblog vom 19/03/2025 um 6:22 Uhr:
    … Am Donnerstag habe ich einen Belastungserprobungstag zu Hause und am Freitag beginnt meine Wiedereingliederung: …

    *April*

    Mitarbeitergespräch und der bevorstehende Wechsel meines Arbeitsortes
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/50/#post-399052
    Zitat aus meinem Forenblog vom 13/04/2025 um 2:58 Uhr:
    … Der Grund für unseren spontanen Ausflug gestern war der bevorstehende Wechsel meines Arbeitsortes, …

    Erster Entwurf meines Erfahrungsberichts über meine Zeit in der Tagesklinik
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/51/#post-399690
    Zitat aus meinem Forenblog vom 17/04/2025 um 18:28 Uhr:
    Moderne Psychiatrie als Ort der Heilung – Wie ich dort lernte, meinen Burnout zu überwinden …

    Erstveröffentlichung meiner persönlichen Website
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/51/#post-399839
    Zitat aus meinem Forenblog vom 18/04/2025 um 16:39 Uhr:
    Tadaa B-) https://mowas-notizen.de/

    *Mai*

    Tagesschau-Bericht über die Zirkusaufführung mit dem Heidelberger Beschwerdechor
    https://schizophrenie-online.com/orums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/54/#post-402038
    Zitat aus meinem Forenblog vom 05/05/2025 um 19:22 Uhr:
    https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-mannheim-circus-inclusioni-lebt-die-inklusion-im-zirkuszelt-100.html

    *Juni*

    Blogeintrag über meinen persönlichen Umgang mit Neuroleptika
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/56/#post-406496
    Zitat aus meinem Forenblog vom 18/06/2025 um 23:49 Uhr:
    Mein Weg mit Neuroleptika – ein Rückblick

    *Juli*

    Ergebnis der Plasmaspiegelmessung meiner Aripiprazol-Minimaldosis
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-3/page/57/#post-408280
    Zitat aus meinem Forenblog vom 03/07/2025 um 12:39 Uhr:
    Plasmaspiegelmessung meiner Minimaldosis von 1 mg/Tag Aripiprazol

    Erste Arbeiten mit Acrylfarben
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/#post-410250
    Zitat aus meinem Forenblog vom 21/07/2025 um 15:47 Uhr:
    Titel: Chanchans Sprotten
    Acryl auf Papier …

    *August*

    Erstgespräch für eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/3/#post-412781
    Zitat aus meinem Forenblog vom 15/08/2025 um 22:07 Uhr:
    … Ja, der zweite Teil des Erstgesprächs war gut. …

    *September*

    Chorauftritt für mehr öffentliche und barrierefreie Toiletten
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/5/#post-415148
    Zitat aus meinem Forenblog vom 08/09/2025 um 16:35 Uhr:
    Bunter Protest für mehr barrierefreie Toiletten in Mannheim …

    *Oktober*

    Eröffnung eines Austauschthreads zur Zukunft des Forums schizophrenie-online.com
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/6/#post-420030
    Zitat aus meinem Forenblog vom 19/10/2025 um 9:41 Uhr:
    … Je mehr Ideen und Perspektiven zusammenkommen, desto besser können wir gemeinsam dazu beitragen, dass dieses Forum langfristig erhalten bleibt…

    *November*

    Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des Max Planck PostdocNet als Leiterin der Mental-Health-AG
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/7/#post-421591
    Zitat aus meinem Forenblog vom 21/11/2025 um 7:39 Uhr:
    … Mein Bericht der Mental-Health-AG kam gut an, und es gab auch eine rege Diskussionsrunde. …

    Ende des Dauer-Homeoffice und Umzug in ein eigenes Büro am Institut
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/7/#post-421625
    Zitat aus meinem Forenblog vom 26/11/2025 um 4:25 Uhr:
    …Es ist ein sehr schönes Einzelbüro und ich freue mich sehr darauf, dort zu arbeiten. …

    *Dezember*

    Rückkehr ins Labor und erste Einarbeitung in ein komplexes Mikroskopiesystem
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-4/page/7/#post-421662
    Zitat aus meinem Forenblog vom 04/12/2025 um 4:25 Uhr:
    … wo mich eine kleine Gruppe sehr freundlicher Mitabeitender fast vier Stunden lang in das Mikroskopsystem einwies …

    Veröffentlichung eines Workshops der Mental-Health-AG nach längerer krankheitsbedingter Pause
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/oeffentliche-veranstaltungen-zum-thema-psychische-gesundheit/page/7/#post-421715
    Zitat aus meinem Forenthread vom 10/12/2025 um 5:51 Uhr:
    Gestern haben wir unsere Seminarreihe mit Jonathans Präsentation eröffnet B-) …

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  • Schuhe von Hand waschen – ein kleines Ritual aus meiner Kindheit

    Schuhe von Hand waschen – ein kleines Ritual aus meiner Kindheit

    Anlässlich eines Besuchs haben mein Mann und ich am heutigen Sonntag unsere Wohnung aufgeräumt. Dabei konnte ich mich endlich nach Monaten dazu aufraffen, die schmutzigen Sportschuhe und meine Gummistiefel auf dem Balkon von Hand zu waschen. Dafür nahm ich einen Eimer, eine Handbürste, etwas Waschmittelpulver – und das angenehm warme Wasser aus dem Balkonschlauch.

    Es ist fast 40 Jahre her, dass ich Schuhe auf diese Weise gewaschen habe. In Japan, als ich noch zur Grundschule ging, war es eine Art Hausregel, dass wir drei Kinder unsere schmutzigen Schuhe am Wochenende draußen säuberten. Diese Regel verschwand plötzlich, als ich im Alter von zehn Jahren mit meiner Familie nach London zog. Auch später in Deutschland war das kein Thema mehr. Ich habe hier nie beobachtet, dass Menschen ihre Schuhe mit einer Bürste von Hand waschen – geschweige denn Kinder.

    Umso überraschender war das gute Gefühl, das mich heute beim Reinigen überkam. Meine Hände fanden die alten Bewegungen ganz selbstverständlich wieder. Gleichzeitig tauchte ich gedanklich tief in meine Kindheit ein: wie sehr ich mich damals vor dieser Aufgabe gedrückt hatte, wie eisig das Wasser im Winter war und wie unangenehm es mir war, dabei von vorbeigehenden Menschen gesehen zu werden. Besonders lebhaft erinnere ich mich an die sauberen, noch nassen Schuhe, die ich zum Trocknen auslegte, und an das sonnige Wetter, das mich dabei begleitete. Immer dann spürte ich diese besondere Genugtuung – damals wie heute.

    Es war ein seltener, versöhnender Moment mit meiner Kindheit.

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  • Sprechende Medizin ist heilende Medizin

    Sprechende Medizin ist heilende Medizin

    Gestern war ich bei meinem Psychiater Dr. H. Normalerweise sehe ich ihn alle zwei bis drei Monate, in akuten Krisen auch sofort.

    Zum ersten Mal traf ich ihn im September 2017, kurz nachdem mein Mann und ich nach Heidelberg gezogen waren. Meine damalige Psychiaterin in Stuttgart hatte ihn mir empfohlen. Sie stand der Reduktion meiner Aripiprazoltagesdosis von 15 auf 10 mg kritisch gegenüber und lehnte jede weitere Reduktion ab. Deshalb beendete ich im Juli 2016 die Behandlung bei ihr und setzte das Aripiprazol schließlich auf eigene Faust ab.

    Als ich Dr. H. zum ersten Mal begegnete, steckte ich mitten in meinem ersten Absetzversuch. Von Anfang an hörte er mir aufmerksam zu, nahm sich Zeit und erklärte sich bereit, mich dabei zu begleiten.

    Monate später erlitt ich meinen ersten wahnhaft-psychotischen Rückfall. In der Klinik bekam ich erneut viele Neuroleptika, die ich nach der Entlassung bald wieder absetzte. Innerhalb des folgenden Jahres kam es zu einem weiteren Rückfall und erneut zu einer Behandlung mit zu vielen Neuroleptika. Nach dem dritten Absetzen begann ich schließlich mit einer Minimaldosis von einem Milligramm Aripiprazol pro Tag. Durch all diese Phasen begleitete mich Dr. H. als mein behandelnder Psychiater.

    Kaum eine Sitzung verging ohne ein echtes Gespräch. Er ließ mir die Zeit, die ich brauchte, um das Wichtige auszusprechen und seine Einschätzung zu hören. So ist mir bis dahin noch kein Psychiater begegnet. Früher wurde ich meist nur gefragt, ob ich ein neues Rezept brauche. Mehrfach sagten sie mir auch, dass ich eine gute Patientin sei, weil ich die Neuroleptika nehme.

    Sprechende Medizin ist heilende Medizin. Beim gestrigen Termin sagte mir Dr. H., dass sprechende Medizin immer weiter zurückgeht und sich rein psychiatrisch geführte und gesprächsorientierte Praxen wirtschaftlich kaum noch halten können. Ein Skandal. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie zentral seine Begleitung für meine Stabilisierung und Genesung war.

    Wir brauchen mehr Gespräche und weniger Medikamente. Das muss ich klar so sagen. Ich glaube, dass viele psychiatrische Erkrankungen vorgebeugt und besser behandelt werden können, wenn Menschen mehr und besser miteinander sprechen und einander zuhören. Ich wünsche mir, dass wir, auch in der psychiatrischen Versorgung, mehr Raum und Zeit schaffen für echte Begegnungen. Wir wollen nicht nur gemanaget werden, sondern in unserem Heilungsprozess wirklich unterstützt werden.

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  • In Gedanken muss jeder (vernünftige) Mensch Hitler und Hirohito sein dürfen

    In Gedanken muss jeder (vernünftige) Mensch Hitler und Hirohito sein dürfen

    Anmerkung der Autorin: Dieser Titel ist bewusst provokant. Wenn er Empörung auslöst, während zu wenig Empörung über Kriege und das unermessliche Leid dieser Welt herrscht – wie den von der UN festgestellten Genozid in Gaza durch die israelische Armee und Regierung – dann erfüllt er seinen Zweck.

    Hass und Gewalt können in schwierigen Lebenssituationen verständliche, wenn auch unerwünschte Reaktionen sein. Es ist nicht möglich, Gedanken und Gefühle zu verbieten – sie brauchen Raum, um erkannt und verstanden zu werden.

    Entscheidend ist, dass ein vernünftiger Mensch zwischen innerem Erleben und äußerem Handeln unterscheiden kann. Gedanken sind nicht gleich Taten. Verhalten lässt sich steuern, anpassen und sozialverträglich gestalten.

    Die Gefährlichkeit psychotischer Störungen liegt darin, dass Betroffene im Wahn den Realitätsbezug und damit die Urteilskraft verlieren können. Maßnahmen wie der pauschale Einsatz von Psychopharmaka können jedoch keine alleinige Lösung sein, da das individuelle Risiko nicht vorhersehbar ist. Unterdrückung schafft keine Sicherheit.

    In mir selbst erkenne ich Extreme nebeneinander: In meinen Gedanken könnte ich Hitler oder Hirohito sein und ebenso Jesus, und meistens irgendetwas dazwischen. Diese Einsicht zwingt mich, mich selbst zu beobachten und bewusst zu entscheiden, was ich für richtig halte.

    Meine Erfahrungen und Beobachtungen zeigen, dass es Wege aus Hass und Gewalt gibt, die nicht auf eskalierender Gegengewalt basieren. Seelische Wunden können heilen, oft besser als gedacht. Diese Wege bestehen in der Bereitschaft jedes Menschen, sich selbst und den anderen wahrzunehmen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und anzuerkennen. Der andere ist wie ich ein Mensch, der Freiheit und Frieden sucht und leben will.

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  • Gesundheitssymptome

    Gesundheitssymptome

    Heute wurde mir einmal mehr bewusst, wie gut ich selbst für meine Gesundheit und mein Wohlbefinden sorgen kann. Mir geht es gut!

    Es ist ein wohliges, sättigendes und nach vorne gerichtetes Gefühl, mich in bewegtem Gleichgewicht mit meinem Umfeld zu befinden. Ich kann das Glück sehen und es genießen. Daran festhalten und dafür dankbar sein. Mit Fassung die Zukunft erwarten.

    In Zeiten, in denen ich krank bin, höre ich auf andere, die sagen, dass es mir bald wieder besser gehen wird. In einem gesunden, unterstützenden und inklusiven Umfeld zu leben, macht mich gesünder und resilienter.

    Gesundheitssymptome zeigen sich nicht einfach so. Ich entscheide mich bewusst dafür und bitte mein Umfeld um Unterstützung. Es dauert. Doch alles zählt, und nie ist es zu spät, Gesundheitssymptome zu kultivieren.

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