Ich habe abgesetzt.

Zum vierten Mal seit 2016.

Meine minimale Grunddosis von 1 mg Aripiprazol pro Tag habe ich mehr als sechs Jahre lang gehalten. Vor zwei Monaten begann ich erneut zu reduzieren – zunächst auf 0,9 mg täglich, vor zwei Wochen dann auf 0,8 mg. Vor drei Tagen habe ich schließlich ganz abgesetzt.

Auch im vergangenen Jahr gab es ernste Krisen, doch blieb ich ohne Anzeichen von Psychosen. Es schien an der Zeit zu prüfen, ob ein weiterer Absetzversuch möglich ist.

Die Nebenwirkungen – bei mir sind das Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und ein fehlendes Sättigungsgefühl – sind bei 1 mg täglich zwar erträglich. Dennoch würde ich immer wieder versuchen, so wenig Neuroleptika wie möglich zu nehmen. Ganz einfach, weil ich so sehr wie möglich ich selbst sein und mich intensiv spüren möchte.

Die Heilung von Psychosen hat sich für mich manchmal angefühlt wie das Erwachen aus einem Rausch, eine Rückkehr in die Ernüchterung. Das Absetzen des Neuroleptikums wirkt ein wenig so, als würde ich mir den Gips vom Bein lösen, nachdem der Bruch verheilt ist.

Psychotische Symptome bemerke ich keine. Nur eine leicht veränderte Wahrnehmung – als müsste ich noch ein letztes Stück ernüchtern.

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4 Kommentare zu „Ich habe abgesetzt.“

  1. Avatar von DiBaDu
    DiBaDu

    Viel Glück !!

    1. Avatar von mowa

      Danke, lieber DiBaDu!

  2. Avatar von Sich-Absetzer
    Sich-Absetzer

    Viel Glück auf diesem Weg! Hoffentlich lässt dich der ärztlich-psychiatrische Apparat gewähren, denn dein Weg ist der Richtige!

    1. Avatar von mowa

      Vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂

      Ja, zum Glück bin ich in guter psychiatrisch-therapeutischer Begleitung, die es mir ermöglicht, meinen individuellen Weg zu gehen.

      Edit: Ich würde nicht sagen, dass mein Weg der richtige ist. Medikamente können helfen, und für viele Mitbetroffene gibt es (noch) keine guten Alternativen.

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