Schlagwort: Resilienz

  • Unser Szechuanpfefferbäumchen

    Unser Szechuanpfefferbäumchen


    In den letzten Tagen ist es herbstlich frisch geworden. Heute habe ich auf dem Balkon die Beeren unseres Szechuanpfefferbäumchens geerntet. Mehr als 400 in diesem Jahr, und das, obwohl es nur in einem kleinen Topf mit 20 Litern Erde wächst. Jedes Jahr trägt es ein paar mehr.

    Den Ableger hat uns 2021 eine liebe Kollegin aus ihrem Garten geschenkt.

    Die Beeren verströmen beim Pflücken einen markanten Duft, und ich muss aufpassen, dass die Dornen mich nicht in die Finger stechen. Jetzt liegen sie in einer Schale zum Trocknen, danach kommen sie in eine Dose.

    Aus Japan kenne ich einen verwandten Bergpfeffer, und ich mag Szechuanpfeffer sehr gern, wenn ich chinesisch koche. Es ist, als wüchse ein bisschen Heimat auf unserem Balkon.

    Jedes Jahr im Februar, wenn sich die ersten Vorboten des Frühlings zeigen, schaue ich genau hin. Hat das Bäumchen den Winter wieder überstanden? Habe ich ihm in der frostigen Zeit zu wenig oder zu viel Wasser gegeben? Bisher hatte ich Glück, und es scheint robust zu sein.

    Wenn ich heute an 2021 zurückdenke, war das ein Jahr, in dem es mir gesundheitlich nach und nach spürbar besser ging und ich mich an die Minimaldosis meines Neuroleptikums gewöhnt hatte. Seitdem sind fünf Jahre vergangen, in denen ich innerlich viel Schönes und Wichtiges erlebt und aufgebaut habe. Als wäre ich mir nach langem Winterschlaf neu begegnet und hätte mit mir und meiner Welt Frieden geschlossen.

    Mir gefällt der Gedanke sehr, dass das Bäumchen mich in dieser Zeit begleitet hat und mit mir gewachsen ist. Wenn der kommende Winter vorbei ist, werde ich bestimmt wieder ein bisschen um das Bäumchen bangen.

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  • Vielleicht reichen ja auch 0,5 mg pro Tag.

    Vielleicht reichen ja auch 0,5 mg pro Tag.

    Endlich kann ich mich wieder meiner Website widmen. Mein letzter Blogeintrag liegt drei Monate zurück.

    Kurz nachdem ich das Aripiprazol, das ich seit Januar von 1 mg auf 0,7 mg pro Tag reduziert hatte, Anfang März vollständig abgesetzt hatte, bekam ich einen schweren Neurodermitisschub. Er war so heftig, dass ich in der Hautklinik notbehandelt werden musste.

    Inzwischen geht es meiner Haut deutlich besser und sie scheint sich langsam zu stabilisieren. Ich war vier Wochen krankgeschrieben und musste all meine Aktivitäten auf einmal pausieren.

    Diese Pause hat mir gutgetan. Sie hat mir gezeigt, dass ich die Prioritäten in meinem Leben dringend neu ordnen muss. Ich muss und will meine Zeit anders verbringen.

    Ich habe mir vorgenommen, noch stärker auf meine Gesundheit zu achten und meine freie Zeit, wenn ich nicht arbeite, mit meiner Familie zu verbringen. Eine Ausnahme mache ich nur für meine Nachhilfeschülerin. Wir beschränken uns auf zwei Stunden am Samstag.

    Das meiste davon habe ich bereits umgesetzt. Ich merke deutlich, wie positiv sich das auf meine Familie und meine Arbeit auswirkt. Auch ich selbst bin entspannter und kann bewusster denken, fühlen und handeln.

    Was meine Aripiprazoldosis betrifft: Ich hatte das Medikament zwei Monate lang abgesetzt. Seit einem Monat nehme ich es wieder, allerdings nicht meine Basisdosis von 1 mg pro Tag, sondern 0,5 mg. Ich merke, dass ich den Alltagsstress noch nicht ganz ohne Neuroleptikum bewältigen kann.

    Ob ich die kommenden Monate mit 0,5 mg auskomme, weiß ich noch nicht. Ich spüre einen deutlichen Unterschied zu 1 mg, aber auch zu 0 mg. Jedes Zehntel Milligramm weniger macht sich bemerkbar. Und ich bin zutiefst dankbar für jedes Zehntel, das ich nicht nehmen muss, weil ich dann mehr ich selbst bin.

    Das Neuroleptikum betäubt das, was ich bin und was ich denke, fühle und tue, wenn ich es nicht nehme. Dadurch lebe ich ein Stück weniger. Menschen, die das nicht selbst erlebt haben, verstehen nicht, wie schlimm es ist, sich selbst nicht zu sein.

    Nach wie vor werde ich mich dafür einsetzen, dass Psychiatrien und Psychiaterinnen und Psychiater Menschen mit Psychoseanfälligkeiten dabei unterstützen, mit möglichst niedrigen Dosen von Neuroleptika und anderen Psychopharmaka zu leben.

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  • Mein Artikel bei Mad in Deutschland (März 2026)

    Mein Artikel bei Mad in Deutschland (März 2026)

    Hier klicken, um den Inhalt von madindeutschland.org anzuzeigen.

    Die deutsche Fassung meines Artikels „Gemeinsam leben – mit mehr Resilienz und weniger Psychopharmaka“ ist heute Morgen bei Mad in Deutschland erschienen. Die englische Version, hervorragend übersetzt von meinem Kollegen Dr. John Wray, war bereits vor drei Jahren bei Mad in America erschienen.

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