Mein Mann hatte Geburtstag. Heute Morgen bin ich deshalb zum nächsten Supermarkt geradelt, um für Bibimbap einzukaufen, eines seiner Lieblingsgerichte. Am Abend wollen wir es zusammen mit einem Freund genießen, dieses koreanische Nationalgericht.
Ohne Sprossen geht es nicht, siehe dieses sehr schöne Rezept. In Japan, wo ich herkomme, gehören sie zum Alltag wie bei uns die Gurken. Das Foto oben habe ich vor drei Jahren in einem japanischen Supermarkt aufgenommen: 300 g für 89 Yen, also knapp 30 Yen pro 100 g, nach damaligem Wechselkurs rund 20 Cent.
Im Supermarkt kostete eine 200-g-Packung Mungbohnensprossen heute Morgen dagegen etwa 4,50 Euro. Ich spürte eine riesige Wut in mir und habe sie gleich genutzt, bin weiter zum zentral gelegenen Asiamarkt geradelt und habe dort 500 g für 1,19 Euro gekauft. Was für eine Wohltat.
Das sind 2,25 Euro pro 100 g im Supermarkt und 24 Cent im Asiamarkt, in derselben Stadt, fast das Zehnfache. Woran liegt das, wenn nicht an Gier?
Augenblicklich verstehe ich den Impuls, die eigene Wut nach außen zu tragen und mich den Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Frankreich und Italien anzuschließen. Zumindest im Gedankenspiel. Oder ich ließe gleich, wie die AfD-Spitze laut geleakten Mails im Fall des „Heute-Show“-Reporters Fabian Köster, die Privatadresse der Profiteure dieser unverschämten Preisfindung ermitteln.
Aber nein, erst einmal essen wir Bibimbap. Und dann: Es lebe der Mungbohnenprotest!
![]()

Schreibe einen Kommentar